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26. Mai, 2018

 

Wenn man eine delikate Gaumenfreude konsumiert hat, 

wer heimst heutzutage die Anerkennung dafür ein?

Der Kellner oder der Koch?

 

Wenn man eine delikate Ohrenfreude konsumiert hat, 

wer heimst heutzutage die Anerkennung dafür ein?

Der Sänger oder der Komponist?

 

Die gängige Antwort darauf ist mit ein Grund dafür,

warum es immer weniger gute Köche gibt.

 

© Gerhard Egger, 2018

 

21. Apr, 2018

 

Viele Leute wissen, wie es besser ginge,

aber nur wenige, wie es wirklich geht.

 

© Gerhard Egger, 2018

 

20. Feb, 2018

 

 ein kerniger most

 

ein kerniger most

in der blume nicht leicht

ist nur schwer zu verdauen

wenn säure entweicht

 

ein tönendes pfeifen

ein schreckhaftes kneifen

ein heißeres krächzen

ein jammerndes lechzen

 

ein gluckerndes schwappen

ein juchzendes schnappen

geräusche im bauch

und auf steigt der rauch

 

es brandet gelächter

der furz ist kein pächter 

bezahlt keinen zaster

drum raus mit ihm basta

 

und wird in den hosen

gekracht und gepfiffen   

verwelken die rosen

bis man hat begriffen

 

das passende pförtchen

liegt draußen am örtchen

 

© gerhard egger, 2003

  käniga most

 

a käniga most

is nit zkring und nit spe

owa klewa zon darächtan

wonns ugän geht he

 

a pfigetzn a pfeagetzn

a kragetzn a queagetzn

a schwoagetzn a bleagetzn

a suffetzn a gleagetzn

 

a glugetzads gschwoppad

a jugitzads gschnoppad

scho hebt se da druuk

und auf steigt da ruuk

 

oft gaits a gscheits glachtat

a schoas is koa prachtat

vo eahm konnst nit zehrn

drum aussi mit eahm

 

und wonns e de hosn

hot krocht und hot pfiffn

host dnout e da dosen

bisd a host begriffen

 

dos schenane beisl

is daust aufm heisl 

 

23. Sep, 2017

 

Die menschenüberfüllte Leere

großstädtischer Häuserschluchten

hat mit der menschenleeren Fülle

entlegener Gebirgsschluchten absolut nichts gemein.

 

© gerhard egger, 2017

17. Jul, 2017

 

Mit Wilfried Scheutz ist heute einer meiner frühen musikalischen Weggefährten gegangen. Er war schon immer ein durch und durch gerader Friedl gewesen. So antwortete er seinerzeit in der Goiserer HS auf die Mahnung unseres gemeinsamen Musiklehrers Franz Atzmansdorfer, er möge doch die Gitarre genauer spielen: "Wenn der Gerhard den Solojodler rhythmisch genauer singen tät, könnt ich ihn auch genauer begleiten." Und ich muss gestehen, er hatte damit nicht ganz unrecht. Leider haben sich danach unsere Wege nur mehr unregelmäßig gekreuzt. Trotzdem bin ich heute froh darüber, später mit „Sag warum“ wenigstens einmal einen Song für ihn komponiert zu haben. Er war in seiner goiserisch (Mutter) - gosauerischen (Vater) Eigenart ein ganz Großer.

 

© Gerhard Egger, 2018